Alzey - im Herzen Rheinhessen

Stellungnahme der CDU Alzey: „Gedrosselte Ausbaupläne bei Eli Lilly sind ein Alarmsignal für den Wirtschaftsstandort“

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen wir als CDU Alzey die jüngsten Meldungen rund um den Produktionsstandort von Eli Lilly in unserer Stadt. Dass das Unternehmen plant, die Kapazitäten zunächst auf 50 Prozent zu begrenzen und die Zahl der Neueinstellungen entsprechend anzupassen, ist eine Nachricht, die uns mit Sorge erfüllt.

Wir blicken auf einen intensiven Prozess zurück: Die CDU Alzey hat sich stets nachdrücklich für die Erschließung des Industriegebiets eingesetzt. Wir haben viel Überzeugungsarbeit geleistet, um diesen bedeutenden Meilenstein für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region zu ermöglichen. Die Ansiedlung von Eli Lilly wurde seinerzeit zu Recht als großer Erfolg für Alzey gefeiert – eine Freude, die durch das sensationelle Bautempo am Standort noch bestärkt wurde.

Dass diese positive Dynamik nun durch eine strategische Drosselung gebremst wird, ist für die Perspektive unseres Wirtschaftsstandorts bedauerlich. Bei der Ursachenforschung jedoch dürfen wir den Blick nicht nur auf das Unternehmen verengen. Die angekündigten Kürzungen sind – auch vor dem Hintergrund ähnlicher Signale von Unternehmen wie Boehringer Ingelheim – ein deutliches Warnsignal an die Bundespolitik. Die Verschärfungen im Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz, insbesondere mit Blick auf die Anpassungen beim Herstellerrabatt sowie die Rahmenbedingungen für patentgeschützte Verfahren, schaffen ein Investitionsklima, das für forschende Pharmaunternehmen zunehmend an Attraktivität verliert.

Wir haben großes Verständnis dafür, dass Unternehmen wie Eli Lilly unter diesen veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Planungen kritisch hinterfragen. Gleichzeitig sehen wir die Bundesregierung, das Bundeswirtschaftsministerium sowie die Landesregierung in der Pflicht, aktiv zu werden. Wir appellieren eindringlich an die politisch Verantwortlichen – vom Ministerpräsidenten bis zur Bundesebene –, das Gespräch mit der Industrie zu suchen, um die Standortbedingungen zu korrigieren und das Vertrauen in den Forschungs- und Produktionsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.

Unser Ziel für Alzey bleibt unverändert: Wir setzen uns dafür ein, dass die getroffenen Ankündigungen zur Kapazitätsreduzierung nur eine temporäre Reaktion auf das aktuelle politische Umfeld darstellen. Wir hoffen, dass durch konstruktive politische Impulse auf Bundes- und Landesebene wieder Bewegung in den Prozess kommt, sodass das Werk in Alzey perspektivisch wie ursprünglich geplant auf Vollauslastung fahren kann – zum Wohle unseres Arbeitsmarktes und der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Lohmer
Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Alzey