CDU Stadtverband Alzey

Benefizschwimmen im Alzeyer Wartbergbad

26.08.2013 - ALZEY

Von Samstag auf Sonntag ähnelte das Wartbergbad auf den ersten Blick einem Festivalgelände: Auf den Liegewiesen wurde gezeltet, im Eingangsbereich spielte Musik. Und die ganze Nacht über, von acht bis acht, wurde trotz kühler Temperaturen und Regenschauer geschwommen – für einen guten Zweck. „Für jede Bahn wird ein Centbetrag auf ein Spendenkonto überwiesen“, erklärte Organisator Jonathan Willnow vom SC Neptun.

Die Spenden kommen der von der Flutkatastrophe betroffenen Kindertagesstätte „Märchenland“ in Groß Rosenburg zugute.

Partystimmung im Bad

Zur Spendenaktion gab es ein ansprechendes Rahmenprogramm. Am frühen Abend fand ein Wettbewerb um den kreativsten Turmsprung statt, den Junior Stevens für seine Football-Helm-bewehrte Spritzbombe vom Dreimeterbrett gewann. Später am Abend legte die Zumba-Gruppe des New Galaxy Alzey unter der Leitung von Anthea Färber einen energiegeladenen Auftritt hin, der für die richtige Partystimmung sorgte. Danach spielte die Bensheimer Band „Preamp Side“ gecoverte und eigene Songs, gefolgt von den DJs Sebastian Willmuth, Johnny, KayTiPreis und Oliver Weick. „Wir wollen junge Leute interessieren, indem wir die Party mit einem guten Zweck verbinden“, so Christian Hoffmann vom Alzeyer Verein „Eventa“.

Künstler verzichten auf Gage

Die Künstler des Abends engagierten sich ihrerseits, indem sie ihre Auftritte vollkommen kostenlos anboten. „Die machen das alle ehrenamtlich“, so Jonathan Willnow, „die Band wollte nicht mal die Anfahrtskosten aus Hessen erstattet haben“. Peter Bunders von der Jungen Union ergänzt: „In dieser Veranstaltung steckt viel Herzblut und es geht für niemanden darum, sich zu profilieren. Es geht darum, die Leute für ihren Umkreis zu interessieren und Gutes zu bewirken.“

Das THW Alzey unterstützte das Spendenschwimmen mit Beleuchtung und Technik. „Von unseren Helfern sind vier Leute dort im Flutgebiet eingesetzt worden“, so Michel Paa. Sein Kollege Matthias Franck erzählt: „Das kann man sich gar nicht vorstellen, was da vorgegangen ist. Wir sind nachts hingefahren, um Sandsäcke zu bringen. Die Landstraße stand zehn Meter tief unter Wasser und mehrere Brücken waren gesperrt – wir mussten einen stundenlangen Umweg fahren, um überhaupt in das betroffene Gebiet zu kommen.“

Und die Flutkatastrophe ist bei Weitem nicht so leicht verwunden, wie die nachlassende Medienaufmerksamkeit suggeriert. „Selbst, wenn das Wasser nicht sehr hoch gestiegen ist, ist durch die Überflutung alles verseucht“, erklärt Carl-Christian Reuter von der Kita Flonheim. „Das Wasser hat Öl, Düngemittel und Giftstoffe hinterlassen. Der Kindergarten kann seine Böden und Einrichtungsgegenstände nicht behalten, das muss alles weg. Es wird noch bis Ende des Jahres dauern, bis soweit renoviert ist, dass man wieder einrichten kann. Bis dahin wird unsere Spendenaktion noch laufen.“ Dann möchten die Flonheimer in Absprache mit der Kita „Märchenland“ Spielzeuge und Spielgeräte kaufen.

Insgesamt wurden in der Nacht 121 Kilometer geschwommen und 3000 Euro an Geld- und Sachspenden aufgebracht. Die meisten Bahnen machten die Mitglieder des SSV Ingelheim, die 48 Kilometer schwammen und damit den bereits im letzten Jahr gewonnenen Wanderpokal verteidigten.


Von Sarah Faber

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/alzey/13385300.htm