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30.06.2020, 10:51 Uhr
Aus dem Stadtrat 29.06.2020: Umgang mit dem Winzerfest in Corona-Zeiten
Der Stadtrat  befasste sich am 29.06.2020 lange und ausführlich mit dem Thema "Durchführung des Winzerfestes 2020 in einem Alltag mit Corona"

Für alle Fraktionen stand die maßgebende Frage im Raum: Wie kann man in diesem Corona-Jahr den Bürgern/innen eine deutlich abgespeckte Form des sonst so beliebten Winzerfestes bieten ohne dabei die Gesundheit der Besucher und Betreiber zu gefährden.

Vermutlich findet der Wein- und Freizeitpark auf dem Mehrzweckplatz unterhalb des Wartbergbades statt.

Foto: eigene Darstellung und www.alzey.de
Die unterschiedlichsten Ideen und Vorschläge wurden diskutiert und man fasste letzlich den Grunsatzbeschluss, die Weinprobe auf dem Parkplatz Sickingerstraße durchzuführen, einen kleinen "Freizeitpark" mit Ständen und einigen wenigen Fahrgeschäften zu installieren und den Arbeitskreis Veranstaltungen mit den Planungen zu beauftragen. Dabei soll das Durchführungskonzept des "Freizeitparks" von den Betreibern erarbeitet werden.
Der Zeitraum des "Freizeitparks" soll sich dabei möglichst über mehrere Tage hinziehen, um den Besucherandrang zu entzerren.
Die Weinprobe mit Krönung der Alzeyer Weinkönigin soll auch online übertragen werden.

Sollten sich die Corona-Infektionszahlen bis Ende August deutlich negativ entwickeln, müsste auch eine komplette Absage diskutiert werden.

Um einen kontrollierten Zugang mit nur einer bestimmten Personenzahl zu beiden Veranstaltungen zu gewährleisten, wird ein Zutritt nur nach vorherigem online-Ticketerwerb möglich sein. Vergleichbar mit dem System, das jetzt für den Besuch des Wartbergbades installiert wurde.
Bedeutet: ohne Ticket (inkl. Kontaktdatenübermittlung) kein Zutritt.
Anders können die Maßgaben der Corona-Bekämpfungsverordnung nicht erfüllt werden und anders ist es auch nicht möglich, im Fall der Fälle schnell und effizient die Infektionskette zu ermitteln.

Hier der Redebeitrag der Fraktionsvorsitzenden Astrid Stork (es gilt das gesprochene Wort):
"Meine Damen und Herren, ich denke, allen hier im Raum und auch den Bürgern Alzeys wie dem Umland ist bewusst, dass es in diesem Jahr kein gewohntes Winzerfest geben wird.
Wie man an einigen Beispielen in Deutschland, aber auch in den USA und sonst wo sehen kann, ist die Gefahr, sich plötzlich zu einem Corona-Hotspot zu entwickeln groß und man darf sich nicht dem Trugschluss hingeben, es sei doch alles wieder gut. Nein, das ist es nicht. Wir haben in Alzey und im Landkreis das Glück gehabt, dass wir relativ glimpflich davongekommen sind und uns muss allen bewusst sein, wie schnell sich das auch ändern kann.

Es ist letztlich eine Gratwanderung, der wir uns als Politik hier stellen müssen: ein langsam wieder auflebender normaler Alltag, der auch dem Wunsch der Bevölkerung nach Geselligkeit und dem Umsatz für Geschäfte - oder wie hier im Mittelpunkt - der Schausteller nachkommt und gleichzeitig den Königsweg zu beschreiten,  dadurch keinen neuen unnötigen Infektionsherd zu bilden.

Die Meinungen innerhalb unserer Fraktion gehen dabei genauso weit auseinander wie die in der Bevölkerung selbst. Braucht man dieses Jahr überhaupt zwingend ein Weinfest? Muss der Freizeitpark sein bzw. sollte er nicht an einem anderweitigen Ort errichtet werden z.B. auf dem "Mehrzweckplatz" usw. ?

DIE richtige Lösung gibt es wahrscheinlich nicht und man ist erst im Nachhinein schlauer.

Eines ist aber sicher: wenn wir den Grundsatzbeschluss fassen, dann bedeutet das ein Kraftakt für die Verwaltung und auch alle, die sich an der Planung und Umsetzung mit Ständen, Fahrgeschäften, Vereinen, Politik etc. daran beteiligen:
Die Einhaltung der Hygiene-und Abstandsvorschriften, das Einrichten des Online-System für den Ticketerwerb, das alles wird nicht mal eben so umsetzbar sein. Der vorhin in einem Redebeitrag genannte Vorschlag, die Weinprobe nur draußen stattfinden zu lassen hat natürlich den Vorteil, dass man in einer schönen Umgebung sitzt und auch deutlich mehr Leute unterbringen könnte (350), als wenn man mit der alternativen Innenveranstaltung plant (150 Personen). Allerdings ist man dann auch sher wetterabhängig, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass die Weinprobe abgesagt werden muss.

Und doch sollten wir den Grundsatzbeschluss heute fassen. Wohl wissend, dass sich die Situation ggf. auch derart ändern kann, dass das Projekt doch noch kurzfristig abgesagt werden muss."