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31.05.2020, 14:29 Uhr
Metzler: Reisebüros und Reiseveranstalter brauchen dringend Unterstützung
BERLIN/RHEINHESSEN.
Seit Beginn der Corona-Krise liegt die Reisebranche brach. Mehr als 2000 Reiseveranstalter und 10.000 Reisebüros in Deutschland stehen unverschuldet sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand.

Eine Lösung, wie sie vor dem Aus bewahrt werden können, gibt es bis dato nicht. Für Jan Metzler eine unhaltbare Situation: „Es braucht jetzt dringend unterstützende Maßnahmen, sonst verlieren wir eine Branche, an der gerade wir als reisefreudige Nation besonders hängen.“
Seit Wochen unterliegen die Reisebüros coronabedingt einem faktischen Arbeitsverbot.
Zwar will die Bundesregierung ab 15. Juni die derzeit geltende weltweite Reisewarnung zumindest für viele europäische Länder aufheben. Wie genau der Urlaub in den beliebten Reisezielen wie Italien oder Spanien dann aussehen könnte, ist aber noch völlig offen. „Dass viele die schönste Zeit des Jahres nun im eigenen Land verbringen wollen, ist natürlich toll und auch wichtig für unseren Tourismus“, freut sich Jan Metzler, „aber es ist nicht das Hauptgeschäft der Reisebüros“.

Viele rheinhessische Reisebüroinhaberinnen und -inhaber hatten sich deshalb an ihn gewandt und ihm ihre existenzbedrohende Situation geschildert: Bereits gebuchte Reisen müssten storniert und zurückgezahlt werden. Zudem entfielen dafür die Provisionen. Das Neugeschäft fehle. Ein Rettungspaket müsse her.

Dabei steht Jan Metzler an ihrer Seite, denn für ihn sei ihr Geschäftsmodell bisher eines gewesen, das funktioniere. „Die Lösungsfindung gestaltet sich allerdings sehr schwierig“, weiß Metzler aus seinen Gesprächen und Gremiensitzungen in Berlin zu berichten. Die Bundesregierung hatte zunächst ein verpflichtendes Gutscheinmodell favorisiert, bei dem den Kunden die gebuchte und nun stornierte Reise nicht erstattet, sondern ein Gutschein ausgestellt worden wäre. Dies hätte zumindest die Liquidität der Reisebüros erhalten, ist aber verbraucherrechtlich durch die EU-Kommission abgelehnt worden.

Nun plädiert die Bundesregierung für eine freiwillige Gutscheinlösung. „Das reicht aber nicht aus“, ist Jan Metzler überzeugt. Darum unterstützt er die Forderung der Reisewirtschaft nach einem „Kreditfonds“, der die Rückerstattungen an die Kunden übernimmt. Der Staat würde diesen Fonds zunächst bereitstellen, anschließend könnten die Unternehmen schrittweise zurückzahlen.

 Mit einer spezifischen Branchenförderung würde man allerdings die bisherige Strategie von Bund und Ländern, nämlich die Wirtschaft in der Breite zu fördern, verlassen. Für Jan Metzler ist aber klar: „Wir müssen den Fokus jetzt auf die Branchen und Unternehmen richten, die länger von der Krise betroffen sein werden.“ Darunter fielen für ihn neben der Reisebranche ganz besonders die Schausteller, die Messewirtschaft sowie Gastronomie und Hotellerie.